Die Direktoren

Es gibt einige Neuigkeiten zu HEIM & Cie:


The most wanted HEIM car.


Ein HEIM Auto wurde in den USA an der Ostküste gesichtet ....leider schon ca. 10 Jahre her mit verblichener Lackierung und einer silbernen Motorhaube. Die Schatzsuche ist eröffnet !
A HEIM car was spotted in the USA on the East Coast....unfortunately that´s about 10 years ago - with faded paint and a silver hood. The treasure hunt has started  !


Karl Brass


Die Arbeitsdokumente von Karl Brass geben einen tollen Einblick in die Zeit bei HEIM & CIE.
Februar 21 war in der Lindenhofstr. 24-28 die „Franz Heim, Auto- und Bereifungs- Reparaturen mit Unterschrift von Franz Heim.


Das andere Dokument vom Juni 26 zeigt, dass man die Firma noch nicht aufgegeben hatte. Unterschrieben von den verbliebenen Geschäftsführern Oskar Eberle und Jean (Jakob) Stengel.
Christian Steiger hat beide Unterlagen zur Verfügung gestellt- vielen Dank dafür !


Die Patente

Franz Heim und Oskar Eberle melden 1921 zwei Patente an:  

371333
 „Wagenkasten für Kraftfahrzeuge“

388052
 „Schaltvorrichtung für Wechselgetriebe von Kraftfahrzeugen mit einem in verschiedenen Ebenen beweglichen Hand-hebel.“


MONZA 1922

Auszüge aus der französischen Sport-Tageszeitung Auto-Vélo:
„Endlich nimmt die deutsche Industrie wieder teil. Deutschland wird von HEIM repräsentiert, einer Firma aus Mannheim“
(6.9.22) „Die Mannschaft der deutschen Marke Heim, die sich auf eigener Achse von Mannheim nach Italien aufgemacht hat, wird heute erwartet.“
(7.9.22) „Ich erfahre gerade, dass die deutschen Autos von Heim heute morgen die Grenze passiert haben und am Start sein werden.“

Links im Bild: Der HEIM Monza Rennwagen in der Testphase
Möglicherweise auf dem Lindenhof aufgenommen.


Ankunft in Monza: mit Nummernschild, Hupe und Ersatzteilen gings über die Alpen. Schick ist die Kühlerabdeckung mit ausgeschnittenem HEIM-Logo, die zum Rennen abgenommen wurde.



Irgend etwas ging da schief, die andern Teilnehmer waren schon längst im Training. Die HEIMs hatten nur 2 Tage für Vorbereitung und Tests. Am Tag vor dem Rennen schleudert  der gebürtige Heidelberger Fritz Kuhn mit seinem Austro Daimler aus einer engen Kurve und überschlägt sich und stirbt, sein Beifahrer Fiedler kommt mit schweren Verletzungen davon. Offenbar hat HEIM geholfen, jedenfalls bekommt das Team in dem Zusammenhang Applaus, laut der "ILLUSTRAZIONE".

Rechts: die Teilnehmer-Plakette des Italienischen Automobilclubs von 1922 mit eingraviertem "Heim & Cie".



Der andere Monza -Pilot.
Franz Heim kannte Reinhold Stahl aus seiner Zeit bei BENZ. Als „Selbstfahrer“ aus Mannheim war Stahl für Heim sicher die beste Besetzung. Im Motor Juni 1924 wird er beschrieben:
Reinhold Stahl, ein geborener Mannheimer, beteiligt sich seit dem Jahre 1909 im Autosport. Als Mechaniker hat er anfangs für BENZ die Kilometerrennen zu Frankfurt a.M., das Semmering Rennen, die Prinz-Heinrich Fahrten 1910 und 1922, die Kaiserpreisfahrten 1910 und 1911 in Russland, sowie die Norddeutsche Tourenfahrt 1910 mit Erfolg mitgemacht. Als Selbstfahrer gewann er 1912 für Benz die „Pong de France“ und die Russische Kriegsministeriumsfahrt. Die Avus-Rennen 1921 und 1922 bestritt er für Benz und Heim sowie den ,,Großen Preis von Europa auf der Monzabahn in Italien. 1923 gewann er auf Aga die ,,Allrussische Zuverlässigkeitsfahrt" in der Klasse 2 Literwagen sowie das Geschwindigkeitsrennen bei Petersburg. 1924 war er Teilnehmer in der Targa Florio" in Sizilien.


MODELLE


1921 die ersten HEIMs

Im "Wirtschaftsmotor" vom September 1921 sind die ersten HEIM genau beschrieben (Vielen Dank an Christian Suhr):
Die Firma baut einen 6/20 PS und einen 8/30 PS Wagen, der sich durch elegante Linienführung auszeichnet.
Die 6/20 PS-Type hat einen Vierzylindermotor von 70,7 mm Bohrung und 100 mm Hub. Die Kühlung ist eine Thermosyphonkühlung mit Spitzkühler. Der Motor hat Aluminiumkolben, eingekapselte Ventile und Druckölsdimierung. An Geschwindigkeiten sind drei Vorwärts- und eine Rückwärtsgeschwindigkeit vorhanden. Der Radstand des Wagens hat 2900 mm, die Spurweite 1200 mm. Das Gewicht des offenen Wagens hat 850 kg, des geschlossenen Wagens 1000 kg. Der 8/30 PS Heim Wagen hat einen Vierzylinder-Block-motor von 80 mm Bohrung und 100mm Hub. Die Nockenwelle wird durch eine geräuschlos im Ölbad laufende Kette angetrieben. Der Motor hat Aluminiumkolben, Druckölschmierung. Als Vergaser wird ein Pallas-Zenith-Vergaser verwendet. Die Kupplung ist eine Lederkonus-Kupplung. Es sind Geschwindigkeiten vorwärts drei und ein Rückwärtsgang vorhanden. Neu an dem Wagen ist das Accelerateur-Pedal. Die Gasregulierung wird nicht mehr durch ein Pedal in hergebrachtem Sinne bewerkstelligt, sondern sie ist zwischen Kupplungs- und Bremspedal im Trittbrett angebracht, so daß ein vollständiges Aufstellen des Fußes ermöglicht wird, wodurch bei längerer Fahrt ein Ermüden ausgeschlossen wird.



1921 ?  THE HEIM MYSTERY PHOTO
Dieser HEIM 8/40 steht viellecht auf dem Firmenhof in der Lindenhofstraße/ Mannheim -LIndenhof. Der Hintergrund entspricht jedenfalls dem Rennwagen- Bild.
Vielleicht weiß jemand mehr darüber?



1924 der Sportwagen
Eien Abbildung aus dem Solitude Rennen lässt vermuten, dass der 8/80er eine unlackierte Motorhaube hatte. Grund genug, das noch einmal zu rekonstruieren.


1925 der HEIM „Industriewagen“

1925 brachte das Unternehmen einen sogenannten Industrie-Wagen auf den Markt. Bei diesem, äußerlich nicht vom 8/40-PS-Pkw zu unterscheidenden Wagen, waren der Fond am Boden und an den Seitenwänden mit Zinkblech ausgeschlagen. 0,5 t Nutzlast konnten befördert werden. Der Clou war jedoch eine noch heute gebräuchliche Form der Umwandlung des Kombi in einen Pkw: Durch zwei Handgriffe war der Industriewagen in einen Personenwagen umgewandelt, an dem der hintere Deckel als gepolsterte Rückenlehne und der vordere Deckel als gepolsterter Sitz aufgeklappt wurde.
Auch im Angebot: ein „Spezial-Ärzte-Wagen“, mit dem ein liegender Patient transportiert werden kann durch Umklappen von Beifahrer- und Rücksitz.
Rechts:  aufgenommen im Werkshof Schanzenstraße  (AAZ, April 1925)



1925 Die Werbepostkarte

1925 bringt die Firma Werbepostkarten heraus. Eine davon zeigt einen HEIM Wagen vor der Augustaanlage 32 in Mannheim. Das Gebäude und die Figuren existieren heute noch. Auf der Rückseite ist ein HEIM & CIE Stempel, aber leider keine Typenbezeichnung. Es dürfte sich aber um einen 8/40 handeln. Eine weitere Karte zeigt die "Auffahrt der Heimwagen" bei  der Badenia Preisfahrt Juli 1925.
Danke an Thomas Ulrich für den Tip!



"KONKURRENZEN"  1924/25

Heim zog sich 1923 vom operativen Geschäft zurück. Somit gab es nur noch Arthur Henney als erfahrenen Rennfahrer.  Der aber gab seine Rennkarriere nach dem AVUS Rennen 23 auf. Er kam zum dritten mal in Folge nicht ans Ziel und seine Frau stellte ihn vor die Wahl, die Rennfahrerei aufzugeben oder sich scheiden zu lassen. Und so kommt es, dass die verbliebenen Direktoren Eberle und Stengel kurzerhand zum Rennfahrer werden.
Daneben wird die Marke auch durch einige Privatfaherer*innen vertreten.


Sternfahrt Karlsruhe-München
(24.2.24)

Den Auftakt machte offenbar Stengel mit einem 8/40 Heim auf der Sternfahrt nach München. Im März 24 war es ungewöhlich kalt für die Jahreszeit. Unter "schwierigsten Verhältnissen bei Eis und Schnee" kam er mit dem nicht wirklich beheizten Wagen nach über 6 Stunden als Preisträger ans Ziel.  (Mannheimer Genralanzeiger 26.6.24)




24 Stunden Taunusfahrt
(20./21.6.1924)

"Stengel auf 8/40PS Heim Wagen durchfährt die 1100 km lange Strecke ununterbrochen bei Tag und Nacht und erhält als Preisträger die silberne Medaille". Ebenfalls am Start ist Birk mit seinem Mannheimer RABAG-BUGATTI . Er hatte damit einen Monat zuvor das Taunusrennen gewonnen.



Jubiläums Preisfahrt des RAC
(20-07-1924)

Neben HEIM sind die Mannheimer Marken RHEMAG, BENZ, RABAG-BUGATTI und wohl auch FULMINA vertreten. Nach einer Zuverlässigkeitsfahrt geht es zum Königstuhl Bergrennen. Das Bild mit dem DIABOLO ist Wochen vorher entstanden und zeigt wie es auf dem Königstuhl zugegangen ist, wenn "keine Rücksicht auf das Material" genommen wird.
Am Ziel werden die Teilnehmer vom Ehrengast Carl Benz empfangen.




Winterfahrt Garmisch-Patenkirchen
(13-15.2.25)

Der Privatfahrer Molidor aus München eröffnet die Saison für HEIM. Hier zu sehen bei der Ettaler Bergfahrt. Er kommt in seiner Klasse auf den dritten Platz.




Dreieckfahrt Speyer
(10.5.1925)

HEIM mit vollem Erfolg  bei der Dreieckfahrt in Speyer. Auf dem Bild ist Direktor Eberle mit Beifahrer Münz als stolze Klassensieger.
Der Anzeige nach ist es wohl ein 9/60 mit einem 6-Zylinder HEIM-Motor an Bord.



Rund um die Solitude
(16.-17.5.1925)

Herr Bäuerle aus Frankfurt eröffnet mit seiner Nr. 1 das Rennwochenende mit einem präparierten 6-Zylinder HEIM (wohl ein 8/80) . Sieger wird in diesem Rennen Rosenberger mit dem Benz- Tropfenwagen.



24-Stunden Taunusfahrt
(20./21.6.1925)

Stengel will es nochmal wissen und startet erneut bei der 24-Stunden Dauerprüfungsfahrt. Er kommt ins Ziel , erhält aber mit Stafpunkten wieder nur eine silberne Medaille (abgebildete Medaille stammt vom Vorjahr).
Stengel ist auch für das Taunusrennen am 23.8. gemeldet, startet aber nicht. Gut möglich, dass er wie viele andere aufgrund des komplizierten Reglements vor Ort abgewiesen wurde.




Badenia Preisfahrt
(5.07.1925)

Die "jüngste Rennfahrerin Deutschlands", die 17 jährige Gertrud Gümbel aus Neustadt, machte ihrer Konkurrenz das Leben schwer mit ihrem HEIM-Wagen. Obwohl sie erst kurz zuvor ihren Führerschein gemacht hatte, gewann sie das Flachrennen in ihrer Klasse und kam beim Schriesheimer Bergrennen auf den 2. Platz.  Im Bild sitzt sie neben HEIM-Direktor Eberle.



Baden Badener Schönheitskonkurrenz
(26.7.1925)

Wie der Name schon sagt, kein wirkliches Rennen, sondern eine Prämierung der schönsten Wagen.
HEIM sticht hervor mit seinen amerikanischen Models, die eigens dafür engagiert wurden.



Esthaler Bergfahrt
(09.08.1925)

Der Automobilclub Neustadt (A.D.H."an der Haardt", heute "an der Weinstraße") organisiert ein Bergrennen in der Pfalz bei Esthal. Eberle tritt mit einem speziell präparierten HEIM-Sportwagen an. Es wird der große Auftritt der Mannheimer Motorradlegende Ernst Islinger, der mit seinem Motorrad schneller ist als alle anderen 70 Krafträder und- wagen.



Bergfahrt Zweibrücken
(11.10.25)

Eberle holt mit Beifaher Münz den Klassensieg beim Bergrennen in Zweibrücken, wahrscheinlich mit dem gleichen Sportwagen wie in Esthal. Das Bild lässt nicht erahnen, dass  die Firma zur gleichen Zeit ums Überleben kämpft.