Der Direktor

Es gibt auch einige Neuigkeiten zu HEIM & Cie:


The most wanted HEIM car.


Ein HEIM Auto wurde in den USA an der Ostküste gesichtet ....leider schon ca. 10 Jahre her mit verblichener Lackierung und einer silbernen Motorhaube. Die Schatzsuche ist eröffnet !
A HEIM car was spotted in the USA on the East Coast....unfortunately that´s about 10 years ago - with faded paint and a silver hood. The treasure hunt has started  !


MONZA 1922

Auszüge aus der französischen Sport-Tageszeitung Auto-Vélo:
„Endlich nimmt die deutsche Industrie wieder teil. Deutschland wird von HEIM repräsentiert, einer Firma aus Mannheim“
(6.9.22) „Die Mannschaft der deutschen Marke Heim, die sich auf eigener Achse von Mannheim nach Italien aufgemacht hat, wird heute erwartet.“
(7.9.22) „Ich erfahre gerade, dass die deutschen Autos von Heim heute morgen die Grenze passiert haben und am Start sein werden.“


Der HEIM Monza Rennwagen in der Testphase
Möglicherweise auf dem Lindenhof aufgenommen.


Ankunft in Monza: mit Nummernschild, Hupe und Ersatzteilen gings über die Alpen. Schick ist die Kühlerabdeckung mit ausgeschnittenem HEIM-Logo, die zum Rennen abgenommen wurde.


Irgend etwas ging da schief, die andern Teilnehmer waren schon längst im Training. Die HEIMs hatten nur 2 Tage für Vorbereitung und Tests. Am Tag vor dem Rennen schleudert  der gebürtige Heidelberger Fritz Kuhn mit seinem Austro Daimler aus einer engen Kurve und überschlägt sich und stirbt, sein Beifahrer Fiedler kommt mit schweren Verletzungen davon. Offenbar hat HEIM geholfen, jedenfalls bekommt das Team in dem Zusammenhang Applaus, laut der "ILLUSTRAZIONE".


Die Badische Automobilfabrik Mannheim
mit Franz Heim auf der pole position
im Eröffnungsrennen von Monza.


Der andere Monza -Pilot

Franz Heim kannte Reinhold Stahl aus seiner Zeit bei BENZ. Als „Selbstfahrer“ aus Mannheim war Stahl für Heim sicher die beste Besetzung. Im Motor Juni 1924 wird er beschrieben:
Reinhold Stahl, ein geborener Mannheimer, beteiligt sich seit dem Jahre 1909 im Autosport. Als Mechaniker hat er anfangs für BENZ die Kilometerrennen zu Frankfurt a.M., das Semmering Rennen, die Prinz-Heinrich Fahrten 1910 und 1922, die Kaiserpreisfahrten 1910 und 1911 in Russland, sowie die Norddeutsche Tourenfahrt 1910 mit Erfolg mitgemacht. Als Selbstfahrer gewann er 1912 für Benz die „Pong de France“ und die Russische Kriegsministeriumsfahrt. Die Avus-Rennen 1921 und 1922 bestritt er für Benz und Heim sowie den ,,Großen Preis von Europa auf der Monzabahn in Italien. 1923 gewann er auf Aga die ,,Allrussische Zuverlässigkeitsfahrt" in der Klasse 2 Literwagen sowie das Geschwindigkeitsrennen bei Petersburg. 1924 war er Teilnehmer in der Targa Florio" in Sizilien.


Zeichnung von Reinhold Stahl
(Motor, Juni 1924)

Modelle


1921 die ersten HEIMs

Die Firma baut einen 6/20 PS und einen 8/30 PS Wagen, der sich durch elegante Linienführung auszeichnet.
Die 6/20 PS-Type hat einen Vierzylindermotor von 70,7 mm Bohrung und 100 mm Hub. Die Kühlung ist eine Thermosyphonkühlung mit Spitzkühler. Der Motor hat Aluminiumkolben, eingekapselte Ventile und Druckölsdimierung. An Geschwindigkeiten sind drei Vorwärts- und eine Rückwärtsgeschwindigkeit vorhanden. Der Radstand des Wagens hat 2900 mm, die Spurweite 1200 mm. Das Gewicht des offenen Wagens hat 850 kg, des geschlossenen Wagens 1000 kg.
Der 8/30 PS Heim Wagen hat einen Vierzylinder-Block-motor von 80 mm Bohrung und 100mm Hub. Die Nockenwelle wird durch eine geräuschlos im Ölbad laufende Kette angetrieben. Der Motor hat Aluminiumkolben, Druckölschmierung. Als Vergaser wird ein Pallas-Zenith-Vergaser verwendet. Die Kupplung ist eine Lederkonus-Kupplung. Es sind Geschwindigkeiten vorwärts drei und ein Rückwärtsgang vorhanden. Neu an dem Wagen ist das Accelerateur-Pedal. Die Gasregulierung wird nicht mehr durch ein Pedal in hergebrachtem Sinne bewerkstelligt, sondern sie ist zwischen Kupplungs- und Bremspedal im Trittbrett angebracht, so daß ein vollständiges Aufstellen des Fußes ermöglicht wird, wodurch bei längerer Fahrt ein Ermüden ausgeschlossen wird.

Im "Wirtschaftsmotor" vom September 1921
sind die ersten HEIM genau beschrieben
(Vielen Dank an Christian Suhr)

1921 ?  THE HEIM MYSTERY PHOTO
Dieser HEIM 8/40 steht viellecht auf dem Firmenhof in der Lindenhofstraße/ Mannheim -LIndenhof. Der Hintergrund entspricht jedenfalls dem Rennwagen- Bild.
Vielleicht weiß jemand mehr darüber?

Ein Firmenfoto des Heim 8/40


1924 der Sportwagen
Eien Abbildung aus dem Solitude Rennen lässt vermuten, dass der 8/80er eine unlackierte Motorhaube hatte. Grund genug, das noch einmal zu rekonstruieren.

Rekonstruktion des
Heim Spitzenmodells 8/80


1925 der HEIM „Industriewagen“

1925 brachte das Unternehmen einen sogenannten Industrie-Wagen auf den Markt. Bei diesem, äußerlich nicht vom 8/40-PS-Pkw zu unterscheidenden Wagen, waren der Fond am Boden und an den Seitenwänden mit Zinkblech ausgeschlagen. 0,5 t Nutzlast konnten befördert werden. Der Clou war jedoch eine noch heute gebräuchliche Form der Umwandlung des Kombi in einen Pkw: Durch zwei Handgriffe war der Industriewagen in einen Personenwagen umgewandelt, an dem der hintere Deckel als gepolsterte Rückenlehne und der vordere Deckel als gepolsterter Sitz aufgeklappt wurde.
Auch im Angebot: ein „Spezial-Ärzte-Wagen“, mit dem ein liegender Patient transportiert werden kann durch Umklappen von Beifahrer- und Rücksitz

Der voll bepackte 8/40 HEIM- Industriewagen,
aufgenommen im Werkshof Schanzenstraße
(AAZ, April 1925)

1925 Die Werbepostkarte

1925 bringt die Firma Werbepostkarten heraus. Eine davon zeigt einen HEIM Wagen vor der Augustaanlage 32 in Mannheim.
Das Gebäude und die Figuren existieren heute noch.
Auf der Rückseite ist ein HEIM & CIE Stempel, aber leider keine Typenbezeichnung. Es dürfte sich aber um einen 8/40 handeln.
Eine weitere Karte zeigt die "Auffahrt der Heimwagen" bei  der Badenia Preisfahrt Juli 1925.
Danke an Thomas Ulrich für den Tip!




Ein HEIM vor der Augustaanlage 32- nachkoloriert
(Firmenpostkarte 1925)


Die Patente



Franz Heim und Oskar Eberle melden 1921 zwei Patente an:  
Im April zu „Wagenkasten für Kraftfahrzeuge“ Nr. 371333
Und im September für eine „Schaltvorrichtung für Wechselgetriebe von Kraftfahrzeugen mit einem in verschiedenen Ebenen beweglichen Hand-hebel.“ 388052.
Beide sind über die Links im online-Patentamt abrufbar



Karl Brass


Die Arbeitsdokumente von Karl Brass geben einen tollen Einblick in die Zeit bei HEIM & CIE.

Februar 21 war in der Lindenhofstr. 24-28 die „Franz Heim, Auto- und Bereifungs- Reparaturen. Die Unterschrift von Franz Heim ist auch nur auf diesem Dokument erhalten.



Das andere Dokument vom Juni 26 zeigt, dass man die Firma noch nicht aufgegeben hatte. Unterschrieben von den verbliebenen Geschäftsführern Eberle und Jean (Jakob) Stengel.
Christian Steiger hat beide Unterlagen zur Verfügung gestellt- vielen Dank dafür !


Bei der Badenia-Preisfahrt machte die 17 jährige Gertrud Gümbel aus Neustadt ihrer Konkurrenz das Leben schwer mit ihrem HEIM Wagen. Sie hatte erst kurz zuvor ihren Führerschein gemacht.
Im Bild sitzt sie neben Eberle.



Voller Erfolg für Heim bei der Dreieckfahrt in Speyer. Eberles HEIM hat einen hauseigenen 6-Zylinder Motor an Bord.


Taunusfahrt 1925- Das 24 Stundenrennen bestreitet Jakob Stengel, der dritte Dirktor bei HEIM, mt einem  8/40. Sein Beifahrer ist Oskar Münz.  Das Rennen ist eine echte Viecherei, da während der ganzen 24 Stunden kein Fahrerwechsel zulässig ist .